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Vom Flachland ins Hochgebirge

Problem/Solution Fit

In unseren ersten Kundengesprächen und Marktanalysen haben wir herausgefunden, dass nebst dem Preis vor allem die Flexibilität bei einem Personenzählsystem eine zentrale Rolle spielt. Viele Firmen und Geschäfte wollen oft nur temporäre Messungen durchführen und dabei auf Festinstallationen verzichten. Zudem ist vielen Unternehmen wichtig, dass die Installation schnell und ohne fachmännische Expertise installiert und genutzt werden kann. Nach längerem Tüfteln und verschiedenen Kreativ-Workshops hatten wir den Einfall mit der Fussmatte. Schnell war uns klar, dass wir mit diesem Messprinzip mehrere Kundenprobleme gleichzeitig lösen können und begannen mit der Entwicklung des ersten Prototypen.

Product/Market Fit

Als junges Startup stehen wir zurzeit noch am Anfang der Product/Market Fit Phase. Dank der Usability Firma Die Ergonomen kamen wir mit Heidiland Tourismus in Kontakt, welche grosses Interesse an unserer Lösung zeigte. Nach Klärung der Bedürfnisse war schnell klar, dass unsere Matte eine geeignete Lösung sein könnte. Seit Samstag, 6. April ist deren Filiale in Bad Ragaz mit unserer Matte ausgerüstet. Dadurch können wir die Matte einem längerem und intensiveren Stresstest unterziehen und neues Feedback sammeln sowie Risiken und Schwächen identifizieren.

Des Weiteren hatten wir die Gelegenheit, unser Startup bei einem Erfahrungsaustausch von Tourismus Office Lab zu präsentieren. Nebst zwei anderen Firmen mit kamerabasierten Zählsystemen, stellten wir unser Startup und unsere Lösung in einem 7-minütigen Pitch vor. Das Interesse an unserer Lösung bei den Teilnehmern war sehr gross und die Rückmeldung bestärkte uns indem, was wir tun. Ebenfalls konnten wir dank diesem Pitch neue Bedürfnisse identifizieren – nebst der reinen Personenzählung wünschen sich verschiedene Kunden, dass man mit der Matte die Wartezeit bzw. Aufenthaltszeit messen kann. Ohne grossen Aufwand können wir dieser Anforderung gerecht werden und die Matte mit dieser neuen Funktionalität erweitern.

Aktuell sind wir in weiteren Gesprächen mit Firmen für eine Testphase. Zudem suchen wir einen Partner für die professionelle Entwicklung und Herstellung des Produktes.

Kinderleicht zu verstehen

Diese Woche testeten wir unseren ersten Prototyp auf Herz und Niere in der SBB Sandbox am Zürich Hauptbahnhof. Passantinnen und Passanten konnten die Matte live vor Ort testen und ihr persönliches Feedback mit «Love it» (weiter so), «change it» (daran muss noch einiges verbessert werden) oder «leave it» (auf das hat die Welt nicht gewartet) geben. Zusätzlich demonstrierten wir unsere Online-Plattform, auf welcher die aufgezeichneten Personenströme visualisiert werden. Jung und Alt spazierten über die Fussmatte. Aber auch Hunde und Kinderwagen fürchteten sich nicht vor unserem Prototyp und hinterliessen ihre digitalen Fussabdrücke.

Love it

Das gesammelte Feedback ist enorm wertvoll für die Weiterentwicklung des Produktes und unseres Startups. Sehr positiv hat uns gefreut, wie schnell und einfach die Leute das Messprinzip verstehen. Ein junges Kind erklärte sogar ihrer Grossmutter, wie die Matte funktioniert und ersparte uns dadurch unseren Pitch. Ebenfalls erfreut sind wir über die Zuverlässigkeit und Genauigkeit der Messung. Trotz unterschiedlichen Kundentypen und Laufverhalten war die gemessene Fehlerquote sehr niedrig. Ein weiterer Pluspunkt, welche die Passanten hervorhoben, war die einfache und flexible Anwendung der Matte.

Change it

Es gab aber auch konstruktives Feedback, das wir in die Verbesserung des Produkts einfliessen lassen werden. Für eine bessere Erfassung der Frequenz muss die Matte breiter und länger werden. Dies ist besonders bei grösseren Eingängen unentbehrlich. Des Weiteren möchten wir alle elektronischen Komponenten direkt in die Matte integrieren und dadurch das Produkt in der Handhabung aufwerten. Zudem soll mittels Solarenergie die Energieeffizienz verbessert und gleichzeitig der Wartungsaufwand minimiert werden. Ein weiterer nicht vernachlässigbarer Input ist die Robustheit der Matte. Dank den unterschiedlichen Gesprächen wurde uns bewusst, dass die Matte auch schwereres Gefährt, wie z.B. einen Einkaufswagen oder einen kleinen Transportwagen, aushalten muss.

Next Steps

In den kommenden Wochen werden wir mit einem Interessenten einen realen Test vor Ort durchführen. Zudem sind wir weiterhin im Austausch mit der Swisscom Kickbox für die Weiterentwicklung und Skalierung unserer Lösung.

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Kundinnen und Kunden des Hauptbahnhofs bedanken, welche  ihre Wartezeit nutzten, um unser Produkt intensiv zu testen. Zudem bedanken wir uns bei der Swisscom Kickbox für das Vertrauen in uns und unsere Idee. Ein grosses Dankeschön geht auch an das SBB Sandbox Team für die super Betreuung sowie auch Nadine S. für die tollen Fotos!

Unsere Idee hebt ab!

Im Herbst 2018 hatten Miro und ich bei der Swisscom Kickbox eine Idee eingereicht und damit 1’000 Franken gewonnen. In einem 60 Sekunden Video mussten wir unsere Idee und das zu lösende Problem pitchen. Nebst dem Geld bekamen wir den Auftrag, ein Prototyp bis April 2019 zu entwickeln und diesen bereits während der Entwicklung mit potenziellen Kunden zu testen. Ziemlich schnell verwarfen wir unsere ursprüngliche Idee (einen GPS Tracker für Alpinisten) und fokussierten uns stattdessen auf eine einfache und effiziente Personenfrequenzmessung, welche ohne Installationskosten flexibel eingesetzt werden kann. Herauskam eine intelligente Fussmatte, bestückt mit Sensoren und einem Mikrocontroller für die Datenaufzeichnung und -übertragung.